Schwerpunkt
Trauma & EMDR
Unfälle, Übergriffe, medizinische Eingriffe, Flucht- oder Verlusterfahrungen. EMDR und traumafokussierte Verhaltenstherapie helfen, das Erlebte zu integrieren — ohne es wieder durchleben zu müssen.
Ein Trauma ist nicht eine Schwäche — es ist eine angemessene Reaktion auf etwas, das mehr war, als das Nervensystem verarbeiten konnte. Belastendes Erleben kann Jahre später noch nachklingen. Wir arbeiten so, dass das Erlebte einen Platz in Ihrer Geschichte bekommt, ohne Sie weiter zu überfluten.
Worauf wir schauen
- Wiederkehrende Bilder, Geräusche, Gerüche oder körperliche Empfindungen
- Albträume, gestörter Schlaf, plötzliches Hochschrecken
- Übererregung — Schreckhaftigkeit, ständige Wachsamkeit, Konzentrationsabbruch
- Emotionales Erstarren, das Gefühl, neben sich zu stehen (Dissoziation)
- Vermeidung von Orten, Personen, Themen, die an das Erlebte erinnern
- Schuld-, Scham- oder Wertlosigkeitsgefühle, die mit dem Ereignis verknüpft sind
Wie wir arbeiten
- 1 Stabilisierung zuerst — wir bauen Werkzeuge zur Selbstregulation, bevor wir das belastende Material berühren.
- 2 Diagnose und Auftragsklärung — was war Auslöser, was hält die Symptome aktuell aufrecht.
- 3 EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) — evidenzbasiertes Verfahren, das das Erinnerungs-Netz neu verknüpft. Sie müssen das Erlebte nicht in allen Details neu erzählen.
- 4 Traumafokussierte Verhaltenstherapie ergänzt EMDR, wenn das Bild komplex ist.
- 5 Integration — wir bauen am Ende eine Erzählung, in der das Ereignis Vergangenheit ist, nicht Dauer-Gegenwart.
Häufige Fragen
Muss ich alles im Detail erzählen?
Nein. EMDR funktioniert auch ohne ausführliche Detailerzählung — wir arbeiten mit dem inneren Bild und körperlichen Empfindungen. Sie entscheiden, wie viel Sie teilen.
Wie viele Sitzungen brauche ich für ein Trauma?
Bei einem einzelnen klar abgrenzbaren Ereignis sind 8–12 EMDR-Sitzungen oft ausreichend. Bei komplexem Trauma (mehrfache, langandauernde Belastung) ist die Therapie länger und beginnt mit ausgiebigerer Stabilisierungsphase.